Offener Brief an den Bürgermeister von Bad Belzig!

An
Bürgermeister Dr.-Ing. Pulz,
Wiesenburger Str. 6, 14806 Bad Belzig

Sehr geehrter Herr Dr.-Ing. Pulz,
da Sie unsere zweimaligen Kontaktversuche per Mail bisher leider nicht beantwortet haben, sehen wir uns gezwungen, diesen öffentlichen Brief an Sie zu richten. Hier nun nochmals unsere Anfrage vom 10.11.2023.

Sehr geehrter Herr Dr.-Ing. Pulz,
in der MAZ vom 07.11.2023, wurden Sie von Frau Kraemer wie folgt zitiert:

„Offensichtlich hat die Wolfspopulation ein Maß erreicht, das auch die Nutztierhaltung in den Orten immer schwieriger macht“, bilanziert der Medewitzer, der eine Begrenzung des Wolfsbestandes für nötig erachtet. (Zitat Ende)

Als Verein der sich dem Natur-und Artenschutz verschrieben hat, sind wir nicht zuletzt durch die hier zitierte Wortwahl traurig und erbost. Auch wenn es bereits Stimmen in der Politik (insbesondere der AfD) gibt, die eine Bejagung des Wolfes fordern, so reden wir hier jedoch über eine streng geschützte Tierart (https://www.dbb-wolf.de/Wolf_Steckbrief/schutzstatus)!

Wenn sich nun der Bürgermeister einer Stadt im „Naturpark Hoher Fläming“ aus wirtschaftlichen Gründen, öffentlich für die Bestandsbegrenzung dieser streng geschützten Art ausspricht, halten wir das für äußerst bedenklich!

Die MAZ „glänzte“ in der Vergangenheit schon oft mit populistischer Hetze gegen die Wölfe.

Wenn Nutztierhaltung und Natur aufeinanderprallen ist es unsere Pflicht der Natur Vorrang zu geben und den Schutzbefohlenen Nutztieren ausreichenden Schutz zu gewährleisten. Beides wird aus unserer Sicht nicht von Ihnen beachtet.

Wir möchten von Ihnen wissen, wie Sie dieses Problem in der Zukunft öffentlich bewerten werden?

Die noch vorhandene Natur im Fläming muss von uns allen bewahrt und geschützt werden und nicht zuletzt jeder Besucher unserer Region sollte deutlich erkennen, wie ernst wir dieses Thema nehmen.

Jürgen Hauschke
Vorsitzender des „Initiative für die Natur e.V.“
Sprecher der „Allianz Wolf Brandenburg“

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6 Antworten

  1. Ich finde, wenn eine Gefahr für Nutztier und Mensch besteht, weil eine Population zu groß wird, müssen Maßnahmen getroffen werden. Der Wolf kommt der Stadt immer näher. Sicherlich muss er nicht gerade getötet werden sondern vielleicht betäubt und woanders wieder ausgewildert werden aber wenn es keine andere Möglichkeit gibt, sollte er ferngehalten werden und zur Not auch die Population ausgedünnt werden.
    Für mich hätte ebenfalls die Nutztier und die Menschen geschützt werden.

    1. Vielen Dank für Ihren Kommentar. Der Beitrag war jedoch nicht dafür gedacht Meinungen abzufragen, sondern ist als öffentlicher Brief an den Bürgermeister von Bad Belzig zu verstehen, von dem wir auch eine Antwort erwarten. Aus Ihren Worten ist zu erkennen, dass es hier zum Thema Biodiversität einige Wissens-und Informationslücken gibt. Unsere Vereine werden entsprechende Informationsveranstaltungen vorbereiten und anbieten. Mit freundlichen Grüßen
      Jürgen Hauschke

    2. Wohin ein Eingriff in Populationen führt, ist zum Beispiel bei Fuchs und Wildschwein deutlich zu erkennen. Um so mehr getötet werden, um so mehr steigt die Vermehrungsrate. Der Mensch kann die Natur nicht regulieren! Für die Sicherheit von “Nutztieren” sind deren Halter verantwortlich! Menschen gehören nicht ins Beuteschema von Wölfen. Die Wahrscheinlichkeit von tödliche Verletzungen von Menschen durch Hunde oder Jäger ist um ein vielfaches Höher!

  2. Die Art Wolf gehört uneingeschränkt streng geschützt. Wölfe waren nie eine existentielle Bedrohung für die Art “Mensch” und sind es auch heute nicht. Umgekehrt aber bedrohen Mensch und seine “Nutztierhaltung” seit jeher, spätestens seit Sesshaftwerdung des Menschen vor etwa 15.000 Jahren, die Art Wolf und andere Wildtiere. Global machen Mensch und Nutztiere mittlerweile 96% der Säugetierbiomasse aus, Wildtiere sage und schreibe nur noch 4%. So leben in Deutschland auf 300 qkm – Größe eines Wolfsterritoriums – ca. 9 Wölfe. Auf der selben Fläche leben rein rechnerisch 66.000 Menschen und abertausende “Nutztiere”. Ein zuviel an Wölfen ist anhand dieser Zahlen wahrlich nicht zu erkennen. Dagegen machen die Zahlen eines klar, es ist höchste Zeit, dass wir Menschen uns endlich beherrschen, anstatt Wildtiere aller Art durch Tötung oder gar Ausrottung weiter beherrschen zu wollen. „Wir leben in einem gefährlichen Zeitalter. Der Mensch beherrscht die Natur, bevor er gelernt hat, sich selbst zu beherrschen.“ – Albert Schweitzer.

  3. Sehr geehrter Herr Bürgermeister Dr.-Ing. Pulz,
    nach nunmehr über zwei Monaten seit unserem ersten Anfrageversuch gehen wir davon aus, dass Sie entschieden haben unsere Anfrage zu ignorieren. Angesichts Ihrer oft wiederholten Worte, die Vereine der Stadt Bad Belzig zu unterstützen, ist Ihr Verhalten sehr unverständlich. Da es in der heutigen Zeit schon zur Normalität geworden ist, dass die Worte von Politikern nicht mit ihren Taten übereinstimmen, sind wir über Ihre Ignoranz jedoch nicht sehr überrascht.
    Natürlich ist es für Sie als „Nutztierhalter im Nebenerwerb“ erstrebenswert hohe Gewinne zu erzielen und hinderliche Probleme aus dem Weg zu schaffen. Sich öffentlich für die zahlenmäßige Begrenzung einer international streng geschützten Art auszusprechen zeigt hier sowohl deutliche Zeichen von Speziesismus als auch Wissensdefiziten und wird von uns verurteilt!
    Nicht zuletzt die zunehmenden Fälle von Wilderei gegen Wölfe sind eine Folge von ähnlichen Aussagen einiger Politiker in unserem Land, denen Sie sich nicht anschließen sollten!
    Der „Naturpark Hoher Fläming“ mit seinen FFH-und Natura2000 Schutzgebieten ist die Heimat tausender naturverbundener Menschen und Ziel tausender Besucher unserer Region. Es muss Ziel und Pflicht unseres Engagements sein, diese Natur zu schützen!
    Mit freundlichen Grüßen
    Jürgen Hauschke
    Vorsitzender des „Initiative für die Natur e.V.“ und Sprecher der „Allianz Wolf Brandenburg“

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