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Keine gute Lage an der Krause-Tschetschog-Oberschule Bad Belzig

Bad Belzig Die Krause-Tschetschog-Oberschule in Bad Belzig hat derzeit kein gutes Image. Nur nicht an diese Schule, hört man häufig von den Eltern. Das macht sich bei den Schülerzahlen bemerkbar. In diesem Jahr bekam man nicht genug Schüler für eine Zweizügigkeit zusammen. So musste ein Antrag gestellt werden, dass es einzügig laufen kann. Bis zur Sitzung des Sozialausschusses lag noch keine Antwort vor.

Grund für die prekäre Situation sind Vorkommnisse aus 2025, die sogar in Polizeieinsätzen gipfelten. Das blieb auch der Stadt und Bürgermeister Robert Pulz nicht verborgen. „Bereits seit längerer Zeit haben uns mehrere Hinweise erreicht, die auf eine gewisse Unsicherheitslage für die Schülerinnen und Schüler der Grundschule hinweisen. Während der Stadtverordnetenversammlung am 10. März 2025 übergab mir der Elternvertreter der Grundschule ein Schreiben, in dem um verstärkte Präsenz der Ordnungsbehörden gebeten wird“, erklärte der Bürgermeister in einem offenen Brief.

Die Nutzung der Räumlichkeiten der Oberschule durch Grundschüler sowie die räumlichen Gegebenheiten der Schulhöfe haben zu vermehrten Vorfällen und daraus resultierenden Polizeieinsätzen geführt. Zudem werden rauchende Schülerinnen und Schüler der Oberschule sowie schulfremde Personen auf den Schulhöfen und dem Schulweg beobachtet.

Auch die Situation auf den Toiletten beunruhigte die Eltern, ebenso, dass viele Stunden ersatzlos ausfielen. Immerhin sollen die Kinder an der Schule auf ihren Beruf vorbereitet werden. Ob die Gesamtsituation zum Rückgang der Schülerzahlen geführt hat, darüber kann man spekulieren. Fakt ist jedoch, das für das Schuljahr 2025/2026 lediglich 13 von 70 Sechstklässler der Grundschule „Geschwister Scholl“ die Oberschule als Erstwunsch angegeben haben. Aus den Grundschulen Golzow, Dippmannsdorf, Wiesenburg, Bad Belzig, Niemegk und der Freien Grundschule resultieren lediglich 24 Erstwünsche für die Oberschule.

Schülerinnen und Schüler aus Bad Belzig wählen vermehrt Schulen in der Umgebung und meiden somit den Wechsel an die nahgelegene Oberschule. „Dies verdeutlicht die Dringlichkeit, die Sicherheitslage auf dem Schulhof und auf dem Schulweg zu verbessern. Nur so kann sichergestellt werden, dass sich die Schülerinnen und Schüler wohl und sicher fühlen und folglich der Schulstandort der Oberschule erhalten bleibt. Die Stadt Bad Belzig, als Trägerin beider Schulen, nimmt diese Vorfälle sehr ernst und ist sich der angespannten Situation bewusst“, so Robert Pulz.

Obwohl nur für die Räumlichkeiten zuständig, beschäftigt das Thema die Verwaltung. Sie versucht, zu vermitteln und alle Betroffenen an einen Tisch zu bringen. Es wurde ein Schulleiterstammtisch ins Leben gerufen, der jedoch nicht halbjährlich, wie erst vorgesehen, sondern nur Jährlich zusammenkommen wird. Immer auch in Zusammenarbeit mir den Eltern. Leider gibt es momentan keine(n) Vorsitzende(n) der Elternkonferenz. Die Situation auf den Toiletten hat sich verbessert, es gibt auch mehr Ganztagsangebote. Ein Problem ist weiterhin der unterschiedliche Sprachstand der Schüler. So ist der Unterricht weiterhin schwierig, denn es gibt sowohl Kinder mit Förderbedarf als auch viele ausländische Kinder. Über das Startchancenprogramm gibt es separaten Deutschunterricht für letztere. Auch ein MINT-Projekt ist in Planung. Da die Schule eine mit vielen sozial schwachen Schülern ist, wurde eine Schulassistenzstelle geschaffen, die im Schulalltag unterstützt, sich aber auch um mögliche Förderprogramme kümmert. Das Startchancenprogramm bietet zusätzlich die Möglichkeit, dass gegen einen ganz geringen Eigenanteil alle Schülerinnen und Schüler an Klassenfahrten teilnehmen können.

Aber es ist immer noch nicht alles Gold was glänzt. Das sehen auch die Mitglieder des Sozialausschusses so. Die SPD-Fraktion hatte zur Sitzung die Anfrage nach dem Stand der Dinge gestellt. Sie sehen die zeitlichen Treffen der Schulleiterkonferenz und auch die Vernetzung unter den Lehrkräften als noch nicht ausreichend an. Auch ist noch keine wirkliche Lösung für die Gruppendynamik gefunden, die in den einzelnen Klassen sehr unterschiedlich ist. Eine erste Hilfe ist dabei die Schulsozialarbeit. Auch wurde das Aufsichtskonzept für die Pausen erneuert. Ordnungsamt und Streetworker sind auf dem Schulweg präsent. Den Mitgliedern des Sozialausschusses fehlt aber so ein bisschen die Vision: Wo will ich hin. Es sei unbedingt notwendig, Strategien zu entwickeln, um dem schlechten Eindruck in der Bevölkerung entgegen zu wirken. Dazu wird die Schule zur nächsten Sitzung eine Präsentation erarbeiten.

In einem sind sich alle einig, die Oberschule ist wichtig für die Stadt und auch für das Umland.

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