Niemegk: Selbstgebackene Ärzte auf dem Weihnachtsmarkt – Kulinarischer Protest gegen den Ärztemangel

Niemegk. Weihnachtsmärkte stehen für Gemütlichkeit und Gemeinsamkeit, Bratwurst und Glühwein, Musik und den Weihnachtmann. Politik bleibt in der Regel außen vor. Nur in Niemegk im Fläming ist das in diesem Jahr ein klein wenig anders.

All das, was einen Weihnachtsmarkt gewöhnlich auszeichnet, das gibt es an diesem Sonnabend natürlich auch auf dem Platz vor der St-Johannis-Kirche. Ein Weihnachtsmann sitzt mit einem Sack voller Schokolade in seinem Unterstand. Es gibt Musik, Glockengeläut und in der Kirche ein Krippenspiel. Die erste Kerze am Adventskranz wird entzündet.

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Aber der Not gehorchend gibt es noch etwas. In einer Bude sammeln Gabriele Eissenberger aus Garrey und Mara Kroll aus Niemegk Unterschriften gegen den akuten Ärztemangel in Niemegk. Rings um den Stand stehen und hängen kreative Protestplakate. Da heißt es u.a.:

“Wir fahren mit
Keinem Bus zu
Keinem Arzt und
Keiner Apotheke.”

Gefragt, ob der Protest denn auf einen Weihnachtsmarkt passt, antwortet Eissenberger sofort und selbstbewusst:

“Aber immer, so wie wir den machen! Es ist ein fröhlicher Protest mit einer guten Botschaft auf einem fröhlichen Fest.”

“Wir geben nicht auf”, sind sich die beiden Frauen sicher und werden dabei durch die Niemegker unterstützt. Zum kreativen Protestcharakter passen die 27 Lebkuchen, die Eissenberger gebacken hat. Sie symbolisieren die fehlenden Ärzte. Es gibt u.a. einen Allgemeinmediziner, einen Ohrenarzt, einen Kinderarzt und einen Gynelogen, und natürlich Schwester Beate.

Ärzte selber basteln

Aber damit ist noch nicht genug. Außerdem halten die beiden Frauen Bastelbögen bereit, mit denen man sich selbst Ärzte und Apotheke basteln kann. Da der Ärzte- und Apothekenmangel auf dem Land nicht nur Niemegk betrifft, stellen wir hier zwei der Bastelbögen zu Verfügung:

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