Den Wert der (Un)Kräuter erkennen – SoLaWi zeigt die positiven Eigenschaften der unbeliebten Wildkräuter

Lübnitz. Die Solidarische Landwirtschaft (SoLaWi) ist bekannt dafür, frisches Gemüse und Kräuter in hochwertiger Bioqualität anzupflanzen und an ihre Mitglieder für einen monatlichen Beitrag zu verteilen. Somit gelangen die regionalen und saisonalen Produkte auf die brandenburger Tische. Im August und im September sind Interessierte eingeladen, einen Monat lang das Konzept der SoLaWi auszuprobieren.

Renate Kaßner, Mitglied der SoLaWi in Lübnitz, kennt aber auch die meisten der unbeliebten Unkräuter, die jedermann aus seinem Garten kennt und jätet und anschließend entsorgt.

Mit einem Kräuterspaziergang lud Kaßner Interessierte ein, um die positiven Eigenschaften der vermeintlichen Unkräuter zu zeigen. „Mir ist es wichtig, auf den Wert der Wildkräuter hinzuweisen“, so Kaßner. Unterstützt wurde sie von Vorstandsmitglied Sheary Bleiberg und der Gärtnerin Sabine Michel.

Bei einem Spaziergang auf dem Acker der SoLaWi Fläming sammelten die Besucher zunächst verschiedene Wildkräuter, die zwischen den Beeten frei wuchsen.

Die „Königin“, die Brennnessel, ist zum Beispiel sehr reich an Eisen und Vitaminen. In einem Omelett oder frittiert gibt die den Gerichten mit ihrem Geschmack eine unverkennbare Würze.

Viele Wildkräuter enthalten wichtige Nährstoffe für den Menschen. Sie wachsen oft auf kargen Böden, gedeihen bei unterschiedlichsten Wetterbedingungen und kommen mit wenig Wasserzufuhr zurecht. „Diese Energie dieser widerstandsfähigen Pflanzen können wir nutzen“, so Kaßner.

Das Wissen über Wildkräuter ist sehr alt. Die SoLaWi Fläming möchte dieses Wissen reaktivieren und die Menschen ermutigen, das „neue Alte“ wieder schätzen zu lernen und zu nutzen. Zum Beispiel ist Amaranth glutenfrei und eine gute Alternative bei einer Glutenunverträglichkeit. Die Wilde Melde kann wie der Spinat zubereitet werden und schmeckt auch ähnlich. Im Gegensatz zu diesem kann sie fortlaufend geerntet werden.

Franzosenkraut und Löwenzahn, Sommerportulak und andere Wildkräuter wanderten nach dem Spaziergang in den Mixer. Zusammen mit einer Banane, Gurke oder einem Apfel ergaben sie einen sehr gesunden und schmackhaften Smoothie. Salate oder Gemüseaufläufe aufpeppen , als Tee genießen oder als Belag einer Pizza zeigen die Vielfältigkeit der (Un)Kräuter. Und das alles umsonst, denn sie wachsen ohnehin fast überall.

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