Familienzentrum Wiesenburg, landkreis Potsdam Mittelmark

Sorge um die Arbeit des Familienzentrums in Wiesenburg

Wiesenburg/Mark. Tina Wawrzyniak und ihre Mitarbeiterinnen machen sich große Sorgen um das Wiesenburger Familienzentrum.

Der Landkreis Potsdam-Mittelmark will die Mittel für alle Zentren um 500.000 Euro kürzen, wie inzwischen durchgesickert ist.  Auf der jüngsten Sitzung des Sozialausschusses in Wiesenburg/Mark machte Tina Wawrzyniak, Leiterin des Wiesenburger Familienzentrums, ihrem Ärger Luft.

„Der Landkreis kürzt sich damit sein eigenes Erfolgsmodell weg“, sagte sie. Denn als solches muss man die Familienzentren sehen. Die Kürzung würde bedeuten, dass die Arbeit nicht mehr in dem Umfang wie bisher geleistet werden kann. Für einige Zentren würde es sogar das Aus bedeuten. Neben der Kürzung der finanziellen Mittel soll auch die Stundenzahl der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter auf 25 Wochenstunden reduziert werden und dafür zusätzlich ein Minijobber eingestellt werden. „Damit ist die Arbeit nicht zu schaffen, das geht in der Praxis gar nicht“, so Tina Wawrzyniak. Man könne Beratungsangebote nicht mehr in dem Umfang wie bisher anbieten und auch die Netzwerkarbeit würde größtenteils auf der Strecke bleiben.

Die Familienzentren arbeiten viel präventiv. Es gibt also nicht nur die Veranstaltungen wie Kinderfeste, Seniorenkaffee oder Babyturnen. Viele Arbeiten sind in der Öffentlichkeit gar nicht sichtbar. Und die Erfolge geben der Arbeit recht, der Landkreis Potsdam-Mittelmark hat im Bereich Hilfen zur Erziehung die geringsten Fallzahlen. „Wenn jetzt gestrichen wird, kommt ein Bumerang zurück“, sagt Tina Wawrzyniak. Die regulären Verträge zwischen Trägern und Kommunen sind landkreisseitig bereits aufgekündigt. Kommt es zu den Kürzungen, werden sie danach angepasst.

Die Wichtigkeit der Familienzentren ist schwer sichtbar für die Kreistagsabgeordneten, die über die Kürzungen entscheiden müssen. Hinter der Arbeit steckt eine hohe Fachlichkeit. Die Zentren sind gut vernetzt, zum Beispiel mit Kitas und Schulen bis hin zu Kinderärzten, Hebammen und Frühförderstellen. So kann ganz gezielt Hilfe angeboten werden. „Wir sind Krisenbegleiter, beraten direkt niederschwellig, haben Lotsenfunktion und sind eine wichtige Anlaufstelle im Sozialraum“, so Tina Wawrzyniak.

Leider, so Tina Wawrzyniak, muss das Kind immer erst in den Brunnen gefallen sein, ehe Hilfe von übergeordneten Stellen kommt. Gerade auch deshalb wollen sich die Familienzentren nicht so einfach abfertigen lassen. Man hat den RBB mit dem blauen Robur mit ins Boot geholt, Eltern aus Werder haben eine Petition gestartet, die von allen Familienzentren unterstützt wird. Auch zur Kreistagssitzung wird es eine Aktion geben. Alle haben die Hoffnung, dass die Kürzung abgewendet wird – man hat nicht umsonst über 20 Jahre lang diese Familienzentren aufgebaut und zu dem gemacht, was sie sind.

Die Petition findet man hier: www.change.org/p/familienzentren-in-werder-und-potsdam-mittelmark-erhalten-stoppt-die-kürzungen

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